Planungssicherheit?

Ob nun Situationskomik oder doch Situationstragik, ob Freiheitsliebe oder Kettenhass, ob Morgenträgheit oder Morgenfrische – der Gegensatz ist mal eklatant und dann wieder illusionär. Manches scheint unvereinbar und ist doch dasselbe, manches scheint dasselbe zu sein und stößt sich doch ab wie Wasser und Öl. Der erste Eindruck scheint passend und doch ist die Liaison zum Scheitern verurteilt und lehnt man bereits von vornherein ab, dann mag es sein, dass man ungeahnte Möglichkeiten verwirkt.

Aber was heißt das schon, etwas zu verlieren, das man nie besaß. Der Verlust ist marginal und doch beschleicht einen ab und zu das Gefühl, man könnte etwas verpassen, an der großen Chance unwissentlich vorbeizugehen, Talente unentdeckt im Keller des mit Konsummüll vollgestopften Ichs verstauben und von Ratten zerfressen zu lassen. – Entschuldigt, dass mit dem Konsummüll ist ein anderes Thema, ist mir so rausgerutscht. –

Was wäre gewesen, wenn dein Blick nicht an den Lippen (oder Brüsten?) der schönen Frau im Café hängengeblieben wäre, sondern bei dem Straßenmusiker auf der anderen Straßenseite, der deine Lebenshymne spielte.
Was wäre gewesen, wenn deine Freunde im Park Fußball gespielt hätten jeden Tag und nicht im Park gesessen hätten um zu kiffen jeden Tag.
Was wäre, wenn – und dann passiert es, obwohl niemand ahnte, dass ein Zusammenhang bestehen oder entstehen kann.

Lebensvision und Realität – unvereinbar oder identisch – Haltlosigkeit oder Glück

Der war’s, der war’s!!

ein denkwürdiger tag, eine unglaubliche wende, eine kleine revolution – und schuld daran ist fukushima und rainer! nicht etwa, dass einfach keiner mehr die visage von guido sehen will oder dass mappus mit dem enbw-deal am landesparlament vorbei und der desaströsen kommunikationspolitik zum stuttgarter bahnhof einfach mal das vertrauen in die politik verspielt hat…

(das erinnert mich an eine bemerkung, die hier kurz einfließen muss: nach karl theodors rücktritt formulierte eine sprecherin der linken diesen rücktritt als längst überflüssig, da der verteidigungsminister mit seiner plagiatsdissertation das vertrauen der bürger in die politiker zerstört hat – schon damals fragte ich mich: welches vertrauen?)

nein, also die schuld ist ganz klar dem unglück in fukushima zu geben. dadurch wurde der wahlkampf in völlig neue bahnen gelenkt, die für schwarz gelb nicht genügend ausgebaut waren. so eine grüne politik ist eben sehr unwegsames gelände für die christen – obwohl schutz der schöpfung und so? naja, die liberalen können damit auf jeden fall nix anfangen, gell? naja, die energiediskussion hat also die wahlen entschieden – dafür können ja nun weder der guido noch die angie was, also erst recht nicht die bundespolitik. eigentlich kann niemand was dafür und sowieso ist das ergebnis bei der guten politik, die die schwarzen auf landes- UND bundesebene machen, absolut unverständlich. da muss man ja die schuld bei irgendwelchen äußeren faktoren suchen. schließlich lebt der/die konservative ja davon, möglichst wenig selbstreflektion zu betreiben und noch weniger selbstkritik zu üben! grundsätzlich ist es die oberste prämisse, die eigene meinung gut festzuhalten und sie bei äußeren veränderungen so darzustellen, dass sie ja schon immer zu den neuen umständen gepasst hat, man nur das licht etwas anders einfallen lässt.

was lernen wir daraus? auch wenn rainer und stefan ihre landesparteivorsitze aufgeben, werden sie grundsätzlich niemals einräumen, in irgendeiner weise an der allgemeinen meinung der menschen, die sie VERTRETEN, vorbei gehandelt zu haben.
fazit: der typus politiker hat immer recht und wer ihm dieses nicht gibt, ist eben zu doof!

ein fragwürdiger tausch

mal abegesehen davon, dass ich bestimmte visagen und erst recht die brechreizerzeugenden inhalte, die diese in richtung potentieller empfänger ekelerregender profilierungsversuche verlassen, nicht ertragen kann, finde ich manche aktionen derselben person auch sehr fragwürdig.

vielleicht habe ich das irgendwie falsch verstanden, aber kann es sein, dass unser lieber außenminister zwei bild-reporter (ich meine, wer macht sowas auch freiwillig???) gegen deutschlands verhandlungsmacht im demokratisierungsprozess des iran eingetauscht hat? mahmud hat hübsche bilder mit einem westlichen vertreter und guido zwei deutsche staatsbürger wieder sowie zum superwahltag gleich doppelt grund meine augen und meine ohren medial zu vergewaltigen….

na danke.

Hamburger SV – FC St.Pauli 0:1

welch denkwürdiges spiel – welch schlechte stream-übertragung, aber welch denkwürdiges spiel!!!!
herzlichen glückwunsch st. pauli trotz einiger grenzwertiger aktionen und dank eines traumhaften pliquett im tor!!

welch schöner tag und wie schön wär jetz ne party uffm kiez :D

die warteschlange

da stand sie nun und es überkam sie ein immer wieder faszinierendes phänomen – ihre zu erwerbenden waren lagen auf diesem dunklen transportband und wanderten unaufhörlich und doch meist langsamer als gewünscht in richtung des roten blinkenden laserstrahls, der von diesem lieblichen piepton begleitet wurde, wenn er ein ziel traf. und just bei dieser langsamen vorwärtsbewegung bemerkte sie das phänomen – sie identifizierte sich bereits mit den von ihr ausgwählten waren und versuchte stets auf gleicher höhe neben dem laufband herzulaufen.
ärgerlich war es dann, wenn dies nicht möglich war, weil vor ihr bereits andere einkäufer standen und ihr den weg, ja manchmal sogar die sicht, zu bzw. auf ihre güter versperrten. dies hatte dann unterschieldiche gründe. es konnte vorkommen, dass ein wartender nachlässig geworden war und vergessen hatte, seine einkäufe sorgsam zu beschützen oder es waren zu viele wenig-einkäufer in der schlange vor einem, sodass die warenschlange schlussendlich kürzer war als die menschenschlange daneben.
in solcherlei gedanken versunken, hielt sie mit ihrem blick die waren fest und folgte ihnen neben dem laufband bis sie durch einen unsanften zusammenstoß mit dem rücken ihres vordermannes aus dem konzept gebracht wurde…

Tag 2

der zweite tag meiner web 2.0 existenz und der sinn derselben ist mir noch nicht so ganz aufgegangen, da ich mich frage, wie eine veröffentlichung funktionieren soll, wo doch niemand weiß, dass diese – meine – seite existiert…. öhm. tja.
nun ja, vielleicht wollen meine kinder das ja irgendwann lesen. nur nicht, dass es dann ausartet und ein internet-tagebuch wird… nein nein, das mit den kindern war eine doofe idee, obwohl das erste ja schon in drei monaten da wäre. aber bis das dann lesen kann oder auch den sinn der worte versteht… hm. also das hat sich jetzt erledigt.

dann wird dieser blog wohl eine art ventil für meine nach außen drängenden einschätzungen der weltlage sein – uuuuuuuuuuuuuh. als ob das jemanden interessiert. da kann ich doch auch einfach weiter auf papier rumkritzeln…

über:morgen

es ging nicht mehr – es ging einfach nicht mehr und nun bin ich wohl auch online im web 2.0 – halleluja!
nun ja, ausschlaggebend war der genuss des tv-magazins „über:morgen – das zukunftsmagazin“ auf 3sat am heutigen sonntag, 17.30 uhr. mein erster impuls bei sichtung dieses neuen programmpunktes war ein freudiger ruf durch die wohnung: „juhu, ein neues zukunftsmagazin auf 3sat!“. also begab ich mich gespannt auf das sofa und verfolgte den neuzugang.
gleich zu beginn wunderte ich mich über die studioaufmachung und den leicht antik wirkenden moderator hubert nowak. das thema war „was kann die zukunftsforschung?“
dann gab es zwei hübsche filmchen aus den 70ern und die expertenkommentare von herrn matthias horx. (dessen neues buch besticht auf dem cover übrigens mit titel, der halb so groß ist wie der name des autoren – wohl ist der name programm und weniger das programm. außerdem ist herr horx wohl auch der naheliegendste, weil populärste zukunftsforscher im deutschsprachigen raum.)
insgesamt wurden meine erwartungen – speziell zum anlass einer erstausstrahlung – arg enttäuscht. nach abspann hätte ich das magazin eher in „vor – gestern“ umgetauft, zumal mir jeder internetbeitrag anschaulicher nahebringt, was die zukunftsforschung heutzutage so kann und leistet (klassisch zum beispiel der artikel zur futurologie bei wikipedia).
alles in allem ist „über-morgen – das zukunftsmagazin“ also kein novum, wenig innovativ und zudem nicht wirklich spannend. nun mal schaun, was nächste woche zu entdecken ist und das magazin doch noch eine lebenshilfe wird… diesen anspruch hat es nämlich. ahja. schönschön